Akupunktur & Akupressur

Akupunktur

Akupunktur war das erste Verfahren aus dem Schatzhaus der Chinesischen Medizin, das im Westen bekannt wurde. Reize physikalischer und energetischer Art (sehr feine Einmalnadeln, Laserlicht, Moxibustion, manueller Druck, Heilsteine, Kontakt mit den Händen) an den definierten Akupunkturpunkten harmonisieren die Energieströme des Qi in den Leitbahnen (auch Meridiane genannt) unter der Haut, die über innere Verläufe auch mit den Organen verbunden sind. Jeder Akupunkturpunkt hat eine spezifische lokale und Fern-Wirkung auf ein Gewebe oder ein Organ. Blockaden werden aufgelöst, innere Energieungleichgewichte harmonisiert, schädigende Faktoren ausgeleitet und andererseits Mangelzustände und die Abwehrfunktion gestärkt. Akupunktur behandelt wesentlich über den "Energiekörper", aber auch über die Auslösung stofflicher biochemischer Veränderungen.

 

Die Behandlung erfolgt meist im Liegen, seltener auch im Sitzen. Entsprechend dem individuellen Beschwerdebild werden mehrere Akupunkturpunkte (meist ca. 8-16 Punkte) mit ergänzenden Wirkungen kombiniert. Es schließt sich eine Ruhezeit von 20-30 Minuten an (bei Kindern kürzer). Manchmal wird eine Akupunkturbehandlung mit Moxibustion, Elektrostimulation oder einer Schröpfkopfbehandlung kombiniert und oft wird parallel eine Arzneipflanzentherapie durchgeführt. Die Behandlung erfolgt meist wöchentlich, zu Beginn u. U. auch zweimal pro Woche. Je chronischer oder älter eine Erkrankung ist, desto länger ist die notwendige Behandlungsdauer.

 

Moderne Untersuchungen belegen, dass die Akupunktur die Durchblutung verbessert, die Funktion innerer Organe beeinflusst und die Leitung von Schmerzreizen im zentralen Nervensystem hemmt. Im Gehirn werden Neurotransmitter mit psychisch entspannenden und schmerzhemmenden Wirkungen freigesetzt. Große Studien vor ca. 10 Jahren konnten die überlegene Wirksamkeit der Akupunktur z. B. bei der Therapie von Kopf- sowie Knie- und Rückenschmerzen belegen.

 

Ohrakupunktur

Auf dem Ohr bildet sich der ganze Körper wie ein auf dem Kopf liegender Embryo ab. Mit der Akupunktur an den jeweiligen Projektionspunkten auf der Ohrmuschel können die entsprechenden inneren Organe und das ganze Bewegungssystem positiv beeinflusst werden. Die jeweils relevanten Punkte werden über die Austestung des elektrischen Hautwiderstands exakt bestimmt und lokalisiert. Die Behandlung erfolgt dann mit sehr feinen und kurzen Nadeln oder mit dem Softlaser. Auch die Eigenmassage drucksensibler Zonen ist möglich. Die Ohrakupunktur kann in der Praxis sowohl mit der Körperakupunktur als auch mit der Arzneipflanzentherapie sehr gut kombiniert werden. Typische Anwendungsgebiete sind z. B. die Schmerztherapie, die Allergiebehandlung, die Raucherentwöhnung und die Behandlung anderer Süchte.

 

Akupressur

Außer mit Nadeln werden in der Chinesischen Medizin Akupunkturpunkte auch mit einer gezielten Massage behandelt. Über diese Punkte auf den Leitbahnen können schmerzende Körperregionen und auch innere Organe therapeutisch erreicht und die Selbstheilungskräfte unterstützt werden. Die Methode eignet sich nach einer Anleitung durch den Arzt auch zur Selbstbehandlung.

Die Punkte werden je nach Anlass ca. 30 bis 60 Sekunden entweder mit der Fingerkuppe massiert oder mit kräftigem Druck gepresst. Ich führe regelmäßig 2-teilige Abendseminare durch, in denen ich mit praktischen Übungen zur eigenständigen Akupressurbehandlung häufiger Alltagsbeschwerden anleite.